Lutz R. Ketscher - Biographie u. Werkverzeichnis / Biography and catalog raisonné

3 6 Eine Biografie schreibt man am besten selbst. Nicht durch den Blickwinkel eines anderen, durch eine verklärende Brille im Rückblick, sondern aus den lebendigen Versatzstücken des eigenen Lebens in Zusammenhang mit den jeweiligen Umständen. Mit den Gedanken und all den kleinen Details, die einem in jenen Momenten wichtig erschienen, die sie merk-würdig gemacht haben. Und man schreibt, weil man das Bedürfnis hat, seine Gedanken zu ordnen. Man schreibt klarerweise subjektiv. Wie in einem Tagebuch. Das Wunderbare an einem Tagebuch ist, dass es geduldig ist. Denn es lässt zu jedem Zeitpunkt Meinungen und Befindlichkeiten zu, die sich natürlich im Lauf der Zeit auch ändern dürfen. Weil sich auch für einen unangepassten Menschen die Lebensumstände mit der Zeit ändern. Wie sehr, das konnte ich anfangs natürlich nicht ahnen … Logisch, dass der erste Eintrag über meine Geburt und Kindheit noch nicht eigenhändig erfolgte: Dennoch ist er sehr wichtig, denn Herkunft und Kindheit sind die Grundvoraussetzung für alles. Sie sind die Basis für die Persönlichkeitsprägung und für Vorlieben, Ablehnungen oder diverse Macken. Also an den Start: Ich wurde am 13. Mai 1942 in Gera (Reuß j. L.), Thüringen, geboren. Meine Mutter wurde als Antonie Bauer am 24. Juli 1906 in Glauchau/Sachsen geboren und mein Vater, Hermann Ketscher, am 14. Januar 1905 in Northeim/Hannover. Die Vermählung der beiden fand am 6. August 1927 statt. Wir waren vier Geschwister, ein fünftes ist bei der Geburt verstorben. Meine Mutter blieb bis zum Tode meines Vaters Hausfrau. Danach war sie im Gesundheitswesen beschäftigt. Sie verstarb 96-jährig im Jahr 2002. It’s best to write one’s own biography. Not through the perspective of another, or through romanticized glasses in retrospect, but out of the living set pieces of one’s own life in connection with the respective circumstances. With the thoughts and all the little details that seemed important in those moments which made them worth noticing. And one writes because one has the need to organize one’s thoughts. One clearly writes subjectively. Like in a diary. The wonderful thing about a journal is that it is patient. Because it allows opinions and sensitivities at any moment, which may naturally change over time. Because life conditions change with time, even for a non-conformist. How much, of course, I could not have guessed at the beginning... Logically, the first entry about my birth and childhood was not handwritten by me, yet it is very important, because origin and childhood are the basic prerequisites for everything. They are the basis for the shaping of one’s personality and for preferences, rejections or various quirks. So right to the start: I was born on May 13, 1942 in Gera (Principality of Reuss Junior Line), Thuringia. My mother was born as Antonie Bauer on July 24, 1906 in Glauchau / Saxony and my father, Hermann Ketscher, on January 14, 1905 in Northeim / Hannover. The marriage of the two took place on August 6, 1927. We were four siblings, a fifth died at birth. My mother remained a housewife until my father’s death. After that she was employed in the health services sector. She died at the age of 96 in 2002. __DE __EN Anmerkungen eines Wanderers zwischen den Zeiten Notes of a Wanderer between the Times V O N L U T Z R . K E T S C H E R B Y L U T Z R . K E T S C H E R

RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxODA=