Lutz R. Ketscher - Biographie u. Werkverzeichnis / Biography and catalog raisonné

4 6 Von 1956 bis 1959 absolvierte ich also die klassische Lehre als Lithograf in der „Grafischen Kunstanstalt Gerth & Oppenrieder“ in Gera. Die handwerkliche und halbmodern-industrielle Ausstattung dieses Betriebes hat sich für mich später als äußerst nützlich für die künstlerische Druckgrafik erwiesen. Die Druckereierzeugnisse und Reproduktionen hatten natürlich nichts mit Kunst zu tun, außer, dass man sich handwerklich-technisch disziplinieren und sich zeichnerische Präzision aneignen musste. Das Ergebnis waren normale gebrauchsgrafische Produkte. Aber die technische Umsetzung war die gleiche wie die der künstlerischen Grafik. Als Student einer Kunsthochschule hätte man das erst einmal in den grafischen Werkstätten lernen müssen ... Im Laufe der Lehrzeit merkte ich schon bald, dass eine Karriere in der Polygrafischen Industrie für mich nicht infrage kam und mein Wunsch nach Weiterbildung Richtung Kunst immer dringender wurde. Studium Kurzum, nach meiner Lehre habe ich noch ein Jahr als „Geselle“ gearbeitet und meldete mich, meinem zeichnerischen Interesse naheliegend, zur Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig an. Diese bestand ich am Freitag, den 13. Mai 1960 – ich war genau 18 Jahre alt! Der mir damals noch unbekannte Bernhard Heisig gratulierte mir grinsend zum Geburtstag und wünschte mir für die nächsten fünf Jahre viel Glück. had to discipline oneself in terms of craftsmanship and technique and to acquire drawing precision. What resulted were normal commercial graphic products. But the technical implementation was the same as that of the graphic arts. As a student of an art school, one would first have to learn that in the graphic workshops... In the course of my apprenticeship, I soon realized that a career in the polygraphic industry was out of the question for me, and that my desire for further education in the field of art became more and more urgent. Study In short, after my apprenticeship, I worked for a year as a “journeyman” and, obviously due to my graphic interests, applied for the entrance examination at the Academy of Visual Arts in Leipzig. I passed it on Friday, May 13, 1960 – I was exactly 18 years old! Bernhard Heisig, who I did not know at the time, congratulated me on my birthday and wished me luck for the next five years.

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